Am 23. Mai 1949 – also vor 70 Jahren – wurde das Grundgesetz als vorläufige Verfassung erlassen und trat zum Ablauf des Tages in Kraft. Die Juristin Elisabeth Selbert erkämpfte mit vielzähligen “Marketing-Methoden” den Satz in Artikel 3: “Männer und Frauen sind gleichberechtigt” – und ebnete damit den Weg für viele Veränderungen in der Gesellschaft. Doch: Was bedeutet Gleichberechtigung z.B. für die Sprache?

Wie wirkt “Gendern” in redaktionellem Content?

Wer wie ich, Susanne Braun-Speck / tiefenschaerfe, seit vielen vielen Jahren, sowohl “typisch” männliche wie auch “typisch” weibliche Rollen im Leben spielt, für den ist Gleichberechtigung logisch und selbstverständlich. Allerdings sehe ich in dem Zusammenhang keinen Grund dafür, eine komplizierte, oft unsachliche und grammatikalisch schwierige Gender-Sprache zu führen. Für mich ist ein Arzt ein Arzt, die Schüler sind Schüler und nicht die Schüler und Schülerinnen, ebenso wie Katzen nicht Katzen und Kater sind.

Allerdings führen manche Formulierungen zu Irrtümern – aus der Gewohnheit heraus; Gewohnheiten aus Zeiten vor dem heutigen Grundgesetz. Aus Zeiten, wo viele Berufe nicht nur typisch männlich waren, sondern von Frauen auch nicht ausgeführt werden durften. Solche Zeiten sind längst vorbei! Dennoch schreiben wir geschlechterspezifische Ausdrucksformen z.B.: Autor und Autorin, Webdesigner und Webdesignerin, Marketing-Berater*in, die Journalisten*innen, etc. Okay, soweit.

Doch wie liest sich das? Gefunden auf einem Online-Magazin:

“Die Teilnehmer*Innen sind Studenten/innen, die Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Kommunikation studieren und später Marketing-Berater*Innen werden möchten.”

Klingt das nicht extrem holprig? Sollte das jemand laut vorlesen müssen, bekommt er einen Knoten in der Zunge. Und politisch korrekt ist der Satz auch nicht mehr, denn: der Hinweis auf diverse bzw. dritte Geschlechter fehlt und der ist z.B. in Stellenanzeigen bereits vorgeschrieben. Beispiel:

“Webdesigner (m/w/d) mit Projektleitungs-Erfahrung gesucht”.

Muss die dritte Form nun auch noch in Texten stehen? In Content? In Presseartikeln? Auf Websites?

Redaktioneller Content soll lesbar, leicht erfassbar und verständlich, sowie suchmaschinenoptimiert sein.

Nun: Das genderkonforme Zitat oben ist vieles, aber nicht das!

Lesbarkeit sowie leichte Verständlichkeit verlangt einfache, klare Sätze sowie keine Fremd- und möglichst wenig Fachworte. Leicht erfassbar werden zum Beispiel zusammengesetzte Worte durch eine Trennung mit Bindestrich. So wird aus dem Onlinemarketingexperten z.B. ein Online-Marketing-Experte. Das ist laut Duden erlaubt und gewinnt wegen der besseren Lesbarkeit auf Smartphones zunehmend an Bedeutung. Zudem ist das für Google und andere Suchmaschinen nutzbar – und dort sollen Content-Artikel ja gefunden werden. Ebenso wie Stellenanzeigen übrigens – nicht nur für Google-for-Jobs.

Wie kommen nun Gleichberechtigung und redaktioneller Content zusammen?

Nun: Die einfache Variante ist, aufs Gendern zu verzichten und der “political correctness” wegen z.B. vor oder nach dem Text zu schreiben:

“Damit der Text gut lesbar ist, wurde er nur in einer Geschlechtsform geschrieben, aber natürlich sind alle Geschlechter (m/w/d) gleichermaßen gemeint.”

Die Alternative ist aufwendiger, aber am ehrlichsten und ohne Thematisierung: eine neutrale Geschlechtersprache, bei der z.B. übliche Begriffe durch Neue ersetzt werden, z.B.: Fachkraft anstatt Fachfrau/mann. Wem dazu die Kreativität fehlt, kann z.B. das Lexikon https://geschicktgendern.de/ benutzen.

Zudem können Sätze so umgebaut werden, dass sie keine geschlechterspezifischen Formulierungen enthalten. Beispiel mit oben genanntem Zitat:

“Alle, die an diesem Workshop teilnehmen, studieren Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Kommunikation und möchten später in der Marketing-Beratungsbranche arbeiten.”

Das klingt doch machbar, oder? Ich ( Susanne Braun-Speck / tiefenschaerfe) für meinen Teil gehe oft, aber nicht immer den aufwendigeren Weg und habe zudem beschlossen, dass ich über…

  • Gruppen in der üblichen, allgemeinen Form schreibe, also: die Schüler, die Webdesigner, die Content-Redakteure, bevorzugt natürlich sowas wie “Fachkräfte”.
  • aber bei spezifischen Einzelpersonen z.B., Content-Redakteurin XY …, XY ist Webdesigner, Bundeskanzlerin Merkel sagte …, und so weiter die jeweils passende Geschlechterform nutze.

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland – Art 3:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Link zum kompletten Grundgesetz / der Verfassung.

Themen wie New Work, Veränderungen durch die Digitalisierung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie kamen auf die Bühne, in die Barcamp-Sessions und: an die Tische. Selbstständige, Gründerinnen und Frauen in Führung trafen sich am 17. und 18. Mai 2019 in der MuK in Lübeck, beim 2. FiFin-Kongress mit dem Titel: “Meine Arbeitswelten”. Freitagabend wurde zudem der IB.SH-Unternehmerinnenpreises verliehen.

Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, war Gastgeberin des FiFin-Kongresses und Schirmherrin des IB.SH-Unternehmerinnen-Preises.

Schleswig-Holstein soll ein echtes Gründerland werden – die Digitalisierung bietet neue Chancen. Zwar wächst laut IHK-Statistik die Zahl der Unternehmerinnen, aber: da ist noch Luft nach oben. “Die Digitalisierung ist ein aktuelles Zeitthema, das insbesondere Berufstätigen mit Kindern die Chance bietet, flexibel zu Arbeiten.”  sagte Gastgeberin Frederike C. Kühn (Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein) am Freitag unter Anderem in ihrer Begrüßungsrede. “Dabei ist die Selbständigkeit ein Weg, den wir von der IHK fördern.”

Dr. Katarzyna Mol-Wolf von der INSPIRING NETWORK GmbH & Co. (Verlag) forderte in ihrer Keynote-Rede u.a.: “Frauen sollten sich nicht gegenseitig bewerten, sondern sich gegenseitig stärken und solidarisch unterstützen. Jede Frau soll “strahlen” dürfen!” Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und aktueller Bundesratspräsident Daniel Günther (Foto oben) sprach kurz vorm Ende der Veranstaltung – er hält Vereinbarkeit von Beruf und Familie für wichtig und selbstverständlich, weswegen er zum Beispiel den Ausbau von KiTa`s fordert.

Weitere Statements oben genannter Persönlichkeiten, stehen bereits im Presseartikel der IHK geschrieben.

Der Kongress bot eine Plattform für aktives Networking.

Neben den Reden auf der großen Bühne, gestalteten die Forumsleiterinnen und rund 200 Teilnehmer (m/w/d) den Kongress zu dem aus, was er wurde: Zu einer aktiven Networking-Veranstaltung mit geplanten Foren-Beiträgen, unvorhergesehenen Barcamp-Sessions und persönlichen Gesprächen in den Pausen. Am späten Freitagvormittag fanden drei Foren statt. Themen: „Netzwerk schlägt Hierarchie: Führung im digitalen Zeitalter“ mit Referentin Christiane Brandes-Visbeck (Kommunikationswissenschaftlerin & Autorin aus Hamburg); sowie „Digital durchstarten – bessere Chancen für Frauen, Solo-Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen mit neuen Online-Tools“ mit Referentin Alexandra Brosowski (Autorin & SchreibCoach aus Neumünster) sowie “New Work – Und nun?“ mit Referentin Jennette Rouvel (geschäftsführende Gesellschafterin der SPI GmbH, Ahrensburg und Vorstandsmitglied des HanseBelt e.V.).

Die Autorin dieses Artikels war im Forum von Jeannette Rouvel, welche den Teilnehmern einen Blick in betriebswirtschaftlichen Modelle gab, die NewWork und Vereinbarkeit in Zeiten der Digitalisierung in ihrer Firma möglich machen sollen. Sie sprach von drei Modellen der Organisationsentwicklung: Kultur- und Personalentwicklung sowie Strukturänderungen, welche bei den zukünftigen Veränderungen durch Digitalisierung und NewWork in Unternehmen beachtet werden müssen.

Die Zukunft ist digital und zunehmend agil – verbunden mit Unsicherheit in der Industrie.

“Unternehmen müssen kreativ sein, um besser als der Wettbewerb zu sein!“ sagte Jeanette Rouvel (SPI GmbH u. HanseBelt) u.a. in ihrem Forum. Foto: Susanne Braun-Speck

Ihre Forumsteilnehmer ließ sie Werkzeuge und Modelle vor Ort in Teams erproben. Mit der Systemtheorie „Blau-Rot“ löste sie bei vielen Kopfzerbrechen aus – was Sinn dieser Theorie ist! Gezielt soll quergedacht und versuchsweise verbunden werden, was völlig verschieden ist.

Jeanette Rouvel stellte im Schaubild blaue Probleme mit roten Ansätzen gegenüber. Während die Blauen festgeregelte, oft technischer Natur sind und nur mit Wissen gelöst werden können, sind die roten Probleme flexibel und veränderbar – um sie zu lösen, brauchen Mitarbeiter gute Ideen, Kreativität und Talent. Diese Systemtheorie ähnelt der Vorstellung von rechter und linker Gehirnhälfte, die verschiedene Fähigkeiten haben, welche nur mit „Trick 17“ bewusst vereinbart werden können – ist zumindest die Annahme der Autorin #SBraunSpeck, welche vor wenigen Wochen erst den Neurowissenschaftler Gerald Hüther auf der #NWX19 zum Thema NewWork und Kreativität interviewte.

Ihr Ziel: Deutlich machen, dass die festen, klaren Strukturen des Industrie- durch das agile Digitalisierungs-Zeitalter abgelöst werden – wozu zunächst Denkprozesse verändert werden müssen. Eine Aufnahme von Jeanette Rouvels Forum steht auf Youtube bereit.


Diplomat, Teamplayer, Zicke oder Alpha? Macht & Anpassungsfähigkeit.

Birgit Schliche, Leadership-Consultant bei PlanB sorgte für Erkenntnisse, denen Klischees anhaften. Foto: S. Braun-Speck

Eine sehr lebhafte und spaßige Runde erlebte Beitragsautorin Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de und Mitautorin des Bertelsmann Booksprints „Vereinbarkeit 4.0“) bei der Barcamp-Session von Birgit Schiche, Leadership-Consultant aus Hamburg.

Die Fachfrau für Geschlechter unterschiedliches Kommunikationsverhalten sorgte für viele Lacher und interessante Diskussionen wegen klischeehafter Stereotypen – die doch viele Wahrheiten zeigen. Session-Thema waren u.a. typische Kommunikationsmodelle – die weibliche des „Kaffeekränzchens“ bei dem gemeinschaftlich, auf Augenhöhe, als Teams agiert wird und: bei dem Frauen sich gleichmachen und nicht aus der Reihe tanzen – weswegen sie seltener in Führungspositionen sind!

Dem Gegenüber steht das männliche Kommunikationsmodell der „Seilschaften“, bei dem es „laut“ ums Hervorheben der eigenen Person geht – und nicht um Inhalte; um einen sportlichen Wettkampf mit dem Ziel:  in der Hierarchie möglichst weit Vorne zu stehen und zu „gewinnen“. Was die anderen davon halten, ist den Männern egal.

Besonders interessant war auch das „Johnestone“ Statusmodell (siehe Foto), bei dem Menschen in einem Team die Rollen und Positionen wechseln – bewusst oder unbewusst. Birgit Schliche verdeutlich´te den Teilnehmern, wann und wie sie von einer Rolle in die nächste gelangen, und was vielleicht helfen würde, um von einer tiefen (Teamplayer- oder Zicken-Rolle), in eine hohe Position (Diplomaten- oder Alpha-Rolle) zu gelangen.


In der Mittags-, wie in der Kaffeepause im Anschluss des Barcamps, sowie Abends nach der Preisverleihung (Foto: Büfett im Kolosseum), war ausreichend Zeit zum Netzwerken und für persönliche Gespräche. Dabei kamen insbesondere Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf „den Tisch“. Dabei waren Freiberuflerinnen, mittelständische Arbeitgeberinnen, genauso wie Führungskräfte z.B. von Lübecks größtem Arbeitgeber Dräger.


Abends: IB-SH Unternehmerinnen-Preisverleihung im Kolosseum

Im Anschluss an den FiFin-Kongress ging es ab 18 Uhr mit alten und neuen Gesichtern weiter. Bis zur Bekanntgabe blieb es spannend im Kolosseum in der Kronsforder-Allee in Lübeck: Weder Schirmherrin Frederike C. Kühn, noch Justiz- und Gleichstellungsministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack, Lübecks stellvertretender Stadtpräsident Klaus Puschaddel oder Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), wussten vorher, welche Unternehmerin den diesjährigen Unternehmerinnen-Preis der IB.SH gewinnen und wer Newcomerin des Jahres sein würde.

Die Unternehmerin Manuela Görcke (Foto: mit Urkunde in der Hand mittelinks) von der OTHEB GmbH überzeugte die Jury mit ihren psychosozialen Beratungsleistungen für Mitarbeiter von Unternehmen und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, sowie eine Skulptur des schleswig-holsteinischen Künstlers Volker Tiemann als Trophäe. „IB.SH-Newcomerin 2019“ wurde Claudia Valder (Foto: mit Urkunde in der Hand mitterechts), Geschäftsführerin der Systema Natura GmbH, welche Spezialistin im Bereich Prozessoptimierung und Analytik pflanzlicher Wirkstoffe ist.

 

 

Berufstätige mit minderjährigen Kindern oder pflegebedürftigen Verwandten tragen eine doppelte Last – sie müssen Familien- und Arbeitsleben vereinbaren – aber wie? Trifft es Selbstständige besonders hart? Jeder Tag wird zur Herausforderung. Homeoffice-Arbeit macht das Einigen etwas leichter. Trotzdem kommt das Privatleben zu kurz? Welche Probleme treten auf und was könnte helfen? Die Digitalisierung? Was bedeuten „Vereinbarkeit“ und „NewWork“ für Unternehmen? Und: Wie sieht es mit der Altersversorgung von Selbstständigen aus?

Darauf liefert das gemeinfreie Buch „Vereinbarkeit 4.0“ von der Bertelsmann-Stiftung einige Antworten. Das Werk wurde am Tag der Arbeit, dem 1. Mai 2019, veröffentlicht. Geschrieben wurde es per book sprint* von 49 Autoren mit 46 Einzelbeiträgen auf rund 240 Seiten.

Einer der Autoren ist Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de, aus Reinfeld (Holstein). Von ihr im Buch enthaltene Beiträge sind:

Jobsharing in Führungspositionen Seite 83-86 (in Kapitel 3) sowie

Selbstständige & ihr Leben ohne Netz und doppelten Boden” Seite 164-170 (in Kapitel 7) .

Die Bertelsmann-Stiftung hat in ihrer Ankündigung dazu, auf dem Portal zukunftderarbeit.de, unter Anderem geschrieben:

“Auf Basis der Erkenntnisse unseres vorherigen Projekts kamen wir zu dem Ergebnis, dass Vereinbarkeit 4.0 weit differenziertere Fragestellungen aufwirft: … zum Beispiel Arbeit und soziale Sicherung: Sollte nicht jeder, der arbeitet, auch entsprechend sozial abgesichert sein? Egal, ob die Arbeit abhängig oder selbstständig erfolgt – und ob überhaupt in Zukunft noch genug Erwerbsarbeit für alle vorhanden ist?“

Auf diese Fragestellung antwortet unter anderem Braun-Specks Beitrag in Kapitel 7: “Selbstständige & ihr Leben ohne Netz und doppelten Boden”.

Darin wird klar, was die besonderen Bedürfnisse und Probleme kleiner Selbstständiger und Freiberufler sind und liefert auch gleich eine mögliche Lösung mit: Die SAK, eine Sozialkasse für Alleinerziehende und Kleinunternehmer. Im Rahmen der aktuellen Diskussionen rund um die Altersversorgung von Selbstständigen ein hochaktuelles Thema.

Das PDF-Werk ist auf diversen Portalen der Bertelsmann-Stiftung abrufbar, ebenso wie auf dem von der Autorin Susanne Braun-Speck: hier online lesen oder herunterladen


Was ist ein Booksprint und wie lief dieser ab?

Ein Book Sprint oder Booksprint ist eine Methode zum gemeinschaftlichen Konzipieren, Schreiben und Veröffentlichen von Büchern. Zum Start des Prozesses von oben genanntem Booksprint gab es im Oktober 2018 ein Treffen in Berlin, was die Bertelsmann Stiftung organisierte. Mehr als 20 potenzielle Autoren nahmen daran teil. Gemeinsam diskutierten sie über das Thema und erarbeiteten einen ersten Entwurf für die Gliederung. In der Folgezeit haben die Autoren, soweit möglich,  ihre Texte in offenen Dokumenten mit allen geteilt und sich auf diese Weise auch für konstruktive Kritik geöffnet. Das Spannende daran: Sie haben nicht nur über die Auswirkungen des digitalen Arbeitens gesprochen, sondern die Digitalisierung des Prozesses auch ausführlich selbst gelebt.

Am Tag der Arbeit, dem 1. Mai 2019, wurde es von der Bertelsmann-Stiftung offiziell veröffentlicht und steht zunächst als PDF (online lesen oder herunterladen) zur Verfügung. Mitte Mai soll das Printwerk erscheinen.


Meine Umfrage mit 11 Fragen zum Beitrag in Kapitel 7:

Gerade Unternehmer haben selbst ständig zu tun, arbeiten nicht selten an 7 Tagen/Woche und sind oft im Stress. Zudem leben viele davon ohne Netz und doppelten Boden – ohne soziale Absicherung; manchmal bis zum Lebensende. Ist das so? Wie sind andere Selbständige sozial abgesichert? Für den Booksprint-Beitrag: “Selbstständige & ihr Leben ohne Netz und doppelten Boden” S.164-170 (Kap. 7) wurde im Winter diese Umfrage erstellt. Sie ist noch aktiv – mitmachen geht weiterhin.

(Bitte beachten: Dies ist keine wissenschaftliche Erhebung.)

Diese Umfrage läuft anonym! Bitte seien Sie ehrlich zu sich selbst und geben Antworten, die bestmöglich der Wahrheit entsprechen. Da dieses wichtige Thema viele Facetten und damit entsprechend ausführliche Antworten hat, nehmen Sie sich bitte 5-10 Minuten Zeit dafür.

Wie Andere abgestimmt haben sehen Sie, nachdem Sie Ihre jeweilige Wahl getroffen haben!

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Fragen zur Vereinbarkeit & Stress:

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Fragen zur Digitalisierung & familienfreundliche Betriebe:

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Fragen zu Risiken & Sozialversicherungen von Selbständigen:

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Für die Statistik / den Vergleich wer hier mitgemacht hat:

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Vielen Dank; das war für den Moment die letzte Frage!

Laut der EU müssen Tech-Giganten wie YouTube, Facebook und Google News zukünftig Künstler und Journalisten an Einnahmen beteiligen. Im Rahmen der Urheberrechtsreform wurden Bestimmungen entwickelt, die die Meinungsfreiheit im Internet weiterhin ermöglichen sollen.

Bestimmte hochgeladene Inhalte wie Memes oder GIFs können frei geteilt werden; Nachrichtenartikel können in sehr kurzen Auszügen verlinkt werden; Journalisten erhalten Anteil der Urheberrechtseinnahmen ihrer Verlage; es gibt weniger Auflagen für Start-ups und: es werden keine Upload-Filter gefordert. Siehe deren tagesaktuelle Mitteilung vom 26.03.2019 dazu.

Stellungnahme / Presse-Mitteilung vom BDZV (Bundesverband deutscher Zeitungsverleger):

Verlegerverbände begrüßen Verabschiedung des EU-Urheberrechts

Der BDZV und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) begrüßen, dass das Europäische Parlament die EU-Urheberrechtsrichtlinie heute endgültig verabschiedet hat. „Die Zustimmung zur Reform ist ein ‚ja‘ zur digitalen Zukunft von Kultur und Medien und zu einer lebendigen und vielfältigen Kreativlandschaft in Europa. Nun muss der Rat der EU zustimmen und die Bundesregierung muss die Richtlinie schnell und sachgerecht umsetzen“, sagten Vertreter der beiden Verlegerverbände in Berlin. Der Rat hatte das heute vom EU-Parlament verabschiedete Verhandlungsergebnis bereits informell gebilligt.

Die Übereinkunft sieht auch die Einführung eines europaweiten Publisher’s Right vor, das den Verlagen erstmals die Chance bietet, mit den großen Tech-Plattformen über die Nutzung ihrer Inhalte zu einem fairen Preis zu verhandeln. Dieses Recht wird digitale Innovationen fördern und die Vielfalt professioneller digitaler Medienangebote deutlich erhöhen. Das reformierte Urheberrecht ist eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft des freien und unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära, so die Verbände. (Quelle)

Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA, zur positiven Entscheidung für die EU-Urheberrechtsreform:

“Das Europäische Parlament hat sich heute für die Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft ausgesprochen. Die Abgeordneten haben damit den Grundstein für ein zeitgemäßes Urheberrecht gelegt. Von der Entscheidung geht das wichtige Signal aus, dass Europa in der Lage ist, faire Regeln für die digitale Welt zu schaffen. Die neue Richtlinie stärkt und schützt die Kreativschaffenden in vielen Bereichen. Artikel 17 (ehem. Art. 13) zielt in erster Linie darauf ab, dass urheberrechtlich geschützte Inhalte auf Online-Plattformen zugänglich gemacht werden können. Kreativschaffende sollen im Gegenzug eine angemessene Vergütung für die Nutzung ihrer Werke erhalten. (Quelle)

Link zu der Pressemitteilung der EU dazu (von 2019-03-26)

“Die hilft den Kreativen – denke ich”, Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de. “Das Zitat aus dem TV-Betrag: “Die großen Plattformen benutzten die -Lüge als Ablenkungsmanöver” halte ich für glaubwürdig; immerhin geht es ums Geld von youtube, facebook, etc.”

TV-Beitrag im Morgenmagazin dazu:

Link zum Video-Beitrag: klick aufs Bild

 

Anders als bei typischer Teilzeitarbeit, bei der Aufgaben und Rollen in verschiedene Positionen aufgeteilt und somit fachlich und inhaltlich getrennt werden, ist Jobsharing insbesondere für Arbeitsplätze geeignet, die sich aufgrund von Strukturen und Verantwortlichkeiten nicht auf mehrere Personen verteilen lassen. Bezüglich der Frage: “Funktioniert Jobsharing auch in Führungspositionen?” hat sich Susanne Braun-Speck / tiefenschaerfe.de umgehört, das insbesondere am 7. März 2019 auf der #NWX19, der dritten:

New Work Experience in der Elbphilharmonie Hamburg

Rund 1.800 Teilnehmer und Gäste tauchten in die neue Arbeitswelt ein – mit Themen rund um neue Arbeits(zeit)modelle, Vereinbarkeit, Wohlfühlatmosphäre, kreativer Weiterentwicklung z.B. durch WOL (Working Out Loud), agile Mindsets, Homeoffices sowie mobile & Co-Working-Arbeitsplätze – das in Zeiten von digitaler Transformation und Arbeitsplatzbedrohung durch künstliche Intelligenz.

Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de und sii-kids.de), u.a. veröffentlicht im Booksprint #Vereinbarkeit von der Berteilsmann-Stiftung Foto oben: XING, Foto unten: #SBraunSpeck

“New Work” bezeichnet die Gesamtheit der modernen, orts- und zeitunabhängigen sowie flexiblen Arbeitsformen und -methoden im globalen und digitalen Zeitalter. Die Idee dazu soll auf den österreichisch-US-amerikanischen Philosophen Frithjof Bergmann zurückgehen. Sie wurde von dem deutschen Psychologen, Informatiker und Autor Markus Väth weiterentwickelt. Zentrale Werte der „Neuen Arbeit“ sind laut Bergmann Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an Gemeinschaft, sowie Arbeit, die man wirklich mag und als sinnhaft versteht.

Laut dem Zukunftsinstitut, mit Sitz in Frankfurt am Mein, ist das Zeitalter der Kreativ-Ökonomie angebrochen – und es gilt Abschied zu nehmen von der industriellen Leistungsgesellschaft; Abschied von festen hierarchischen (Macht-) Strukturen mit engen Arbeitsvorgaben und -zeiten. Nine-to-five-Jobs sind nicht mehr “in”. Das selbstbestimmte Handeln mit freier Zeiteinteilung, auch in virtuellen Teams und Kreativitäts-Entfaltung steht zukünftig im Vordergrund. “New Work” verlangt von den Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft eine entsprechende Haltung; Kinder und Jugendliche sollen selbstentdeckende, freiheitliche Bildung erleben dürfen; Transparenz, Offenheit und Wertschätzung unter anderem durch “Kommunikation auf Augenhöhe” sind gewollt, ebenso wie Diversity (Dt: Vielfalt). 

Von all dem und noch viel mehr sprachen auf der #NWX19 in der “Elphi”: Gerald Hüther, Ricardo Semler, Sascha Lobo, Kathrin Menges, Fréderic Laloux, Jutta Allmendinger, Joschka Fischer, und viele mehr. 

Jobsharing: Ein Modell der neuen Arbeitswelt

Wie oben schon genannt, sind beim Jobsharing Aufgaben und Rollen NICHT in verschiedene Positionen aufgeteilt und NICHT fachlich und inhaltlich getrennt, sondern werden von zwei Mitarbeitern erledigt. So, als wären sie eine Person. Als CHAN bekleiden zum Beispiel Christiane Haasis (links im Bild) und Angela Nelissen (rechts im Bild) zusammen eine Führungsposition. CHAN ist “Vice President Refreshment DACH” bei Unilever in Hamburg und als stellvertretende “Persona” für beide und von beiden Führungskräften entwickelt worden. 

Nach Studienabschlüssen in BWL und Internationalem Management starten Christiane Haasis und Angela Nelissen ihre jeweiligen Karrieren bei Unilever. Es folgten Positionen in der Strategieführung und Markenentwicklung sowie im operativen Vertrieb einzelner Sparten. Dabei kreuzten sich ihre Wege immer wieder, bis sie einige Jahre später die Körperpflegemarke “Dove” gemeinsam für Europa verantworteten. Eine als strategische Markendirektorin, die andere als operative Länderchefin. Nach 15 Jahren im Unternehmen beschäftigten sich beide damit, welchen anderen Weg es geben könnte, um Karriere / Arbeit und Familie besser zu vereinbaren. Zu dieser Zeit entstand die Idee für das Job-Tandem. Weltweit sind sie aktuell das einzige Duo, das sich auf so hoher Ebene einen Job teilt. 

Zwei Powerfrauen in einer Person im Interview

Im Interview auf der #NWX19 erzählten sie der Freiberuflerin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de/sii-kids.de und dem Jugendredakteur Philipp Nuhn, stellvertretend für erkant.de, mehr von ihrem “Doppelkopfleben” beim Jobsharing. Damit das Tandem CHAN authentisch im Interview wiedergespiegelt wird, wurden auch hier die Antworten wie von einer Person wiedergegeben. Das “Du” gehörte zum guten Ton der Veranstaltung. 

Ihr tretet zusammen und auch einzeln unter dem Namen CHAN auf? 

Ja. CH ist das Kürzel von Christiane, AN das Kürzel von Angela. Wir sind zwei Menschen, verstehen uns im Job aber für den Arbeitgeber und Kollegen als eine “Persona”. Unsere Vorstellungen von Beruf und Arbeit sind sehr ähnlich, Qualifikationen und Kompetenzen sind vergleichbar, Tantiemen werden zu gleichen Teilen ausgeschüttet. Wir sind Eins und agieren als eine Person. Im Außenverhältnis sind wir gegenseitig jederzeit ersetzbar. 

Wie lange arbeitet Ihr inzwischen als Tandem? 

Seit 2009 sind wir im Jobsharing aktiv. Erst verantworteten wir als Category Direktor das Food-Geschäft, seit 2014 das Eis- und Teegeschäft von Unilever; aktuell in der Rolle als Vice President Refreshment für Deutschland, Österreich und die Schweiz (ca. 1mrd € Außenumsatz). 

Wie werden zwei Köpfe zu einer Führungskraft? 

Vieles ist eine Frage der Organisation. Wir sind zum Beispiel unter derselben E-Mail-Adresse erreichbar. Projekte teilen wir zwar unter uns auf, halten uns aber informiert. Wenn zum Beispiel unser direkter Vorgesetzter einen Ist-Zustand zu einem Projekt abfragen möchte, kann er stets davon ausgehen, dass wir beide eine plausible Antwort darauf geben können. 

Wie sieht das Jobsharing in der Praxis aus? 

Von einem üblichen Fulltimejob arbeiten wir beide 60%, sodass jeweils 10% der Arbeitszeit zwecks Austausches und Planung überlappen. Wie wir uns organisieren, klären wir unter uns. Einzelne Aufgaben verteilen wir nach persönlichen Schwerpunkten und Kernkompetenzen. Für Außenstehende kommunizieren wir sehr klar, wer welches Projekt gerade federführend leitet oder, ob wir zu zweit im Wechsel aktiv sind. Eine von uns arbeitet Montag bis Mittwoch, die andere von Dienstag bis Freitag; an zwei Tagen davon nur bis zum Nachmittag. Ansonsten ist es ganz normale Teamarbeit, bei der regelmäßige Infos und Unterlagen ausgetauscht werden, etc.  

Was ist wichtig, damit Jobsharing tatsächlich funktioniert? 

Wichtig sind vor allem gemeinsame Ziele, offene und ehrliche Kommunikation untereinander, aber auch mit den Chefs und Kollegen. Und, dass wir alle digitalen Tools nutzen (E-Mail, Microsoft Teams, WhatsApp) … nach 10 Jahren Jobsharing sind wir natürlich ein eingespieltes Team und es fühlt sich manchmal schon fast wie Gedankenübertragung an, wenn wir uns die Bälle zuspielen. Fatal wäre dagegen Egoismus – der stetige Teamgedanke ist enorm wichtig! 

Welchen Weg seid ihr gegangen, um das Jobsharing-Modell bei Unilever zu platzieren? 

Vor rund 10 Jahren entwickelten wir für uns die Idee; einige Jobshare-Paare gab es bei Unilever aber schon. Die Geschäftsleitung stand der Idee offen gegenüber. Infolgedessen stellten wir sie verschiedenen Führungskräften in Einzelgesprächen und bei entspannter Atmosphäre vor. Wir überlegten uns gut, was für wen wichtig ist, und warum Jobsharing darauf die Antwort sein kann. Klassisches Marketing mit Zielgruppenorientierung :-) Wir feilten an der Realisierung herum, machten uns weiterhin Gedanken, und konnten innerhalb weniger Wochen die Entscheider überzeugen. Als eine Position, die wir uns gemeinsam passend war, vakant wurde, konnten wir als Jobsharing-Tandem beginnen. In der Summe nach sechs Monaten. 

Macht Jobsharing Unternehmen fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft? 

Die Welt verändert sich stetig. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein können, ist ein Schlüssel „diversity“. Das heißt, Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Geschlecht und Herkunft werden gebraucht. Beim Jobsharing verdoppelt sich das Know-how – zwei Köpfe denken jeweils über die gleichen Themen und Projekte nach, ohne gleich doppelt viel zu kosten und sind zusammen viel kreativer. Weiterhin müssen hochqualifizierte Mitarbeiterinnen ihren Job nicht mehr aufgeben, nur weil sie eine Familie gründen möchten – sie können bleiben und somit wird der Fachkräfte-Abwanderung entgegengewirkt. Jobsharing bietet auch die Möglichkeit, sich im Urlaub gegenseitig zu vertreten. Der Arbeitsplatz ist also jederzeit besetzt.

Was ist insbesondere für die betreffenden Tandems positiv? 

Wir teilen uns die Verantwortung, coachen uns gegenseitig, haben insbesondere einen interessanten Führungsjob – trotz Kindern. Unsere Vier sind übrigens im Alter von 10 sowie 12 bis 18 Jahren; wir mussten uns nicht zwischen Beruf oder Familie entscheiden. Unsere Ehemänner stehen beide als gleichberechtigte Partner neben uns. Mit ihnen spielen wir uns die Familien-Aufgaben wie Pingpongs immer nach Bedarf hin und her. Außerdem entwickeln wir über das normale Maß hinaus stetig unsere Management-Fähigkeiten weiter – wir sind ja Sparringspartner, die sich gegenseitig coachen! 

Gibt es Nachteile? Habt ihr das Gefühl, ihr verpasst etwas, wenn ihr nur zu 60% arbeitet? 

Anfangs war die Organisation nicht ganz einfach. Man muss überzeugen können; dann läuft das Modell und verändert die Arbeitskultur für viele. Verpassen? Nein, niemals. Ganz im Gegenteil! Wir haben den Raum und die Möglichkeiten dafür, gestalten und entwickeln zu können.  

Ist Euer Jobsharing-Modell im Sinne von “New Work” erfolgreich?  

Inzwischen gibt es im Hause Unilever 30 Jobsharing-Teams. Das Modell bietet die Chance auf und den Verantwortungsumfang von Jobs, die nicht in reiner Teilzeit angeboten werden können – und eben doch alle Freiheiten der Teilzeit! 

Wir sind überzeugt, und bei Unilever ist dies gelebte Praxis, dass jeder Job geteilt werden kann. Entsprechend wird jetzt, von Arbeitgeberseite aus, bei neuen Stellenausschreibungen immer darüber nachgedacht, ob der jeweilige Job in Teilzeit oder eben im Jobshare-Modell gemeinsam von zwei Mitarbeitern besetzt werden könnte. Jetzt stellt sich nur die Frage: Who‘s next? 


Unilever ist mit einem Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro nach Procter & Gamble und Nestlé der drittgrößte Hersteller von FMCG (Fast Moving Consumer Goods) weltweit. Der Konzern entstand 1930 aus der Fusion des britischen Seifenherstellers Lever Brothers mit dem niederländischen Produzenten Margarine Unie. 

Bis heute hat das Unternehmen sowohl Standbeine im Lebensmittel- als auch im Non-Foodsektor. Den wichtigsten Produktbereich stellen heute mit rund 20 Milliarden Euro Jahresumsatz Körperpflegeartikel dar. Dove wird zu den wertvollsten Körperpflege- und Kosmetikmarken der Welt gerechnet. Bei Deodorants (u.a. Axe und Rexona) ist Unilever Weltmarktführer. Getränke (v.a. Teegetränke unter dem Lipton-Label) und Eiscreme sind nach wie vor ein bedeutendes Geschäftssegment und steuern knapp ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei. Unilever ist der größte Eiscremeproduzent der Welt. Die wichtigsten Marken in diesem Bereich sind das im Jahr 2000 gekaufte Ben & Jerry’s und die „Heartbrands“-Markenfamilie, die ein globales Logo (ein stilisiertes Herz) eint, die aber unter jeweils lokal verschiedenen Bezeichnungen auftritt – als Langnese in Deutschland. 

Quelle: Statista, abgerufen am 08.03.2018 unter: https://de.statista.com/themen/1647/unilever/ 


Weitere Quellen & Urheber: 

 

Das ganze Land spricht von Digitalisierung – auch im Bildungswesen. Dabei muss nicht nur technische Ausstattung, sondern auch digitales Lehren und Lernen flächendeckend in Schulen transportiert werden. Digitale Lernprojekte helfen dabei, zum Beispiel Online-Schülerzeitungen, denn sie sind ein digitales Produkt und nutzen vielzählige digitale Methoden. Als Pressewerk sind sie zudem ein Grundpfeiler der Demokratie!

In 2019, dem Jahr der politischen Bildung in Schleswig-Holstein, sollen circa 30 digitale Online-Schülerzeitung entstehen. Die LN berichtete bereits davon. Dafür werden Förderer und Sponsoren gebraucht. Hashtags: #Media4Schools, #JdpB19 #online_SZ (Foto oben: Britta Matzen)

Ein Pilotprojekt zum Nachmachen:

Die Online-Schülerzeitung erkant.de aus Reinfeld (Holstein), ist aktuell eine der Gewinnerinnen des Schülerzeitungswettbewerbs in SH. Sie wurde von Vereinsvorstand Susanne Braun-Speck vom sii-kids & -talents e.V. initiiert und aktiv dauerhaft begleitet. Anfang 2018 wurde das Redaktionsteam bereits auf Bundesebene 2fach ausgezeichnet und darf sich durch den Innovationspreis des Bundesverbands der deutschen Zeitungsverleger (BDZV) sinngemäß als beste Online-Schülerzeitung 2018 von Deutschland bezeichnen.

Für das Vorhaben “Media4Schools – 30 Online-Schülerzeitungen im Jahr der politischen Bildung in SH” dient erKant.de als Vorbild und Referenz – sie ist nun ein Pilotprojekt zum Nachmachen! Mit der erweiterten Idee “Media4Schools” ist der sii-kids & -talents e.V. auch Teilnehmer des Nachhaltigkeitspreises von Schleswig-Holstein!

Schülerzeitungen leisten in Sachen Demokratie einen wichtigen Beitrag.

Denn: es geht bei Pressearbeit immer ein Stück weit um freie Meinungsäußerung und den Mut, Wahrheiten ans Licht zu bringen. Demokratie wird hier gelebt!

Bildungsministerin Karin Prien teilte im August 2018 in einer Pressemeldung (Quelle) mit: „70 Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik soll 2019 zum Jahr der politischen Bildung in Schleswig-Holstein werden – das ist natürlich auch ein Auftrag an die Schulen!“ Dazu gehört zum Beispiel die Stärkung des Politikunterrichts, demokratiepädagogische Angebote von kultureller Bildung bis Gedenkstättenarbeit, die Stärkung von Gewaltprävention, Angebote zum frühen Erkennen von Extremismus sowie Unterstützung beim Thema Schule und Ehrenamt.

Digitale und politische Bildung durch Lernprojekte unterstützen.

Wegen der perfekten Kombination aus digitaler und politischer Bildung werden in 2019 digitale Lernprojekte als Workshops für Schulen angeboten, bei denen die Teilnehmer lernen, wie Online-Schülerzeitungen aufgebaut werden.

Der Sii-Kids-Verein bietet das unter dem Titel “Media4Schools” zusammen mit dem IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein, Bildungsministerium) sowie mit Unterstützung der IHK zu Lübeck an. Projektleiterin und Referentin ist die einschlägig qualifizierte Vereinsvorsitzende Susanne Braun-Speck.

Workshops sind für die Teilnehmer über das IQSH kostenfrei buchbar; Vorbereitungen werden allerdings nicht bezahlt und das Aufsetzen der technischen Plattform jeder Online-Schülerzeitung (kurz: #online_SZ) muss auch finanziert werden. Unternehmen aus der Wirtschaft, Stiftungen und private Spender werden entsprechend um Hilfe gebeten.

Großes Bild auf der IHK Website downloaden, klick aufs Foto.

Es ist lobenswert, diese besondere Form der politischen Bildung voll digital anzubieten. Die Jugendredakteure lernen auf diesem Weg das digitale Arbeiten sowie die Bedeutung von Demokratie. Mehr Online-Schülerzeitungen könnten ein Leuchtturmprojekt für Schleswig-Holstein werden!“, meint Dr. Ulrich Hoffmeister Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK zu Lübeck und erweist sich damit als ideeler Unterstützer von Media4Schools, insbesondere aber für das digitale Lernprojekt “Online-Schülerzeitungen”.

Fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft

Susanne Braun-Speck, von Beruf Marketing-Fachfrau mit Schwerpunkt Webdesign & Content (siehe tiefenschaerfe.de) sowie Ausbilderin (AdA) etc, die 20 Jahre lang in der IT-Branche tätig war und “nebenbei” Sii-Kids Vereins-Vorstand und Ideen-Entwicklerin von Media4Schools, sowie Coach von erKant.de ist überzeugt:

„Durch die Aufgaben und Tätigkeiten bei dem „Unternehmen“ Online-Schülerzeitung lernen die beteiligten Schüler das, was sie für ihr Leben und den Arbeitsmarkt der Zukunft brauchen. Was wir hier tun, ist digitales Lernen und Arbeiten in allen Facetten. Auch andere digitale Lernprojekte für Schulen machen Sinn – nachhaltig wirken sie alle!

Jugendredakteure (Schüler) sowie ihre Lernbegleiter (Lehrer, Schulsozialpädagogen oder Eltern) lernen beim Aufbau einer Online-Schülerzeitung die Nutzung eines CMS-Systems sowie von Text- und Bildbearbeitungs-Programmen; das digitale Recherchieren und Online-Arbeiten; das Entwickeln von digitalen Medien (Text, Bild, Audio, Video, Online-Umfragen), Ansätze von Online- und Social-Media-Marketing sowie schlussendlich auch Methoden wie agiles Arbeiten, „blended learning“ (Präsenz- und E-Learning), und vieles mehr. Außerdem müssen sie sich mit vielen Unternehmensbereichen auseinandersetzen – mit Marketing und Werbung, Controlling und Personalwesen, etc.

Nachhaltiger und themenübergreifender Digital-Lernen geht kaum!

Auch die Jugendredakteure von erKant finden es toll, Vorbild sein zu können. Marvin Ladwig teilte im Auftrag der gesamten erKant-Redaktion im Dezember 2018 mit:

Wir freuen uns, dass unsere Arbeit für so gut befunden wird und hoffen, vielen Jugendlichen einen Anreiz zu liefern, selbst Medien zu machen. Das, um Menschen zu informieren und Wahrheiten ans Licht zu bringen –  auch bei Gegenwind!

Fachliche, ideele und organisatorische Unterstützung ist gesichert. Es fehlt die Finanzielle.

Wer hilft und unterstützt das Projekt “Media4Schools – 30 Online-Schülerzeitungen im Jahr der politischen Bildung” finanziell? Unternehmen aus der Wirtschaft, Stiftungen, private Spender?

Die Workshop-Kosten für die teilnehmenden Schüler-Lehrer-Tandems trägt das IQSH (Bildungsministerium). Vorbereitungen werden nicht bezahlt und das Aufsetzen der techn. Plattform jeder Online-Schülerzeitung (# O-SZ) muss auch finanziert werden (jeweils 750,- €).

Außerdem soll ein digitales Lernportal für ALLE O-SZ entstehen – dieses sorgt für Nachhaltigkeit – denn es ermöglicht den Jugendredakteuren neue Mitglieder leicht einzuarbeiten und ständig dazuzulernen, das jeweils im eigenen Lerntempo. Hierfür werden unbedingt Unterstützer gebraucht!

Es kann für eine bestimmte Schule, Gemeinde oder – bevorzugt – generell für das gesamte Vorhaben gespendet werden. Geben Sie dazu einfach ein Stichwort in der Überweisung an, z.B.

  • “O-SZ generell inkl. Lernportal” oder
  • “O-SZ in Gemeinde XY” oder
  • “O-SZ für die Schule XY in Stadt XY”.

Spendenbescheinigungen können natürlich erstellt werden. Unterstützer schreiben bitte zusätzlich in die Überweisung, ob Ihre Spende geheim (mit Stichwort “geheim”) oder öffentlich (mit Stichwort “öffentlich”) gehandhabt werden soll!

Spendenkonto vom sii-kids & -talents e.V.:

Sparkasse Holstein, IBAN: DE 08 213 522 400 179 094 214

Mehr Informationen zum Verein siehe: www.sii-kids.de

Jahresendgeschäft. Viel zu tun. Keine Zeit zum Schreiben von Blogartikeln … Aber diesen aus 2017 veröffentliche ich gerne erneut!

Tatsächlich ist es ein weitverbreitetes Phänomen und wahrlich keine Seltenheit, dass Menschen etwas verschenken, was ihnen selbst gefällt oder sie selbst gebrauchen könnten. Ich kann mich z.B. noch gut daran erinnern, wie meine Mutter mir vor ein paar Jahren ein gehäkeltes Weihnachtsdeckchen schenkte – Stricksocken wären besser gewesen … – und mich erwartungsvoll beobachtete.

Ich holte tief Luft, war entsetzt über diese Geschmackslosigkeit und sagte: “Sorry, nicht mein Stil” – meine Ehrlichkeit kam nicht gut an. Meine Mutter war enttäuscht über ihre Tochter und meinte, dass wir irgendwie völlig anders ticken. Herrje – da hatte ich als Beschenkte etwas falsch gemacht. Ich???

Oder die braune Cartier-Uhr, die mir mein Ex-Mann mal geschenkt hat. 2 1/2 tausend Euro teuer, ein Luxus-Objekt, das sowas von altbacken und überhaupt nicht mein Stil war … Ich trug damals keine Armband-Uhren, noch nicht einmal Schmuck. Wieso schenkte er mir ein Uhr?

“Das ist eine echt wertvolle Uhr, nun freu dich doch mal!”, forderte er mich auf. Ich drehte das teure braun-goldene Markending in meinen Händen, legte es um den Arm und konnte mir nicht verkneifen, zu sagen: “Das ist ein Design im Stil meiner Oma!” Mein Ex-Mann liebte Uhren – ich nicht. Er hat also seine Wünsche zu meinen gemacht und irgendwie mein Alter vergessen …

Die Enttäuschung war beidseitig groß und das Geld verschwendet: die teure Uhr liegt bis heute ungenutzt im Schrank.

Tja … Der Köder soll dem Fisch, nicht dem Angler schmecken!

Dieser Spruch wird oft im Marketing und auch WebDesign zitiert. Ob als Werbetreibender oder Schenkender müssen Sie sich also fragen: Wer ist die Zielperson? WEM soll das Geschenk gefallen? Mir oder der beschenkten Person?

Und wie kann nun das passende Geschenk gefunden werden?

  • Zuerst: Machen Sie sich frei von Ihren eigenen Wünschen!
  • Danach: Nutzen Sie eine Marketing-Methode: analysieren und definieren Sie die Zielperson!

Fragen Sie sich, wer Ihre Zielperson genau ist, mit dem Ziel, deren Wünsche zu erfüllen und nicht die eigenen! Stellen Sie sich z.B. folgende W-Fragen:

  • Ist die Zielperson männlich oder weiblich? Wie alt ist sie?
  • Welche Interessen und Hobbys hat sie/er?
  • Was ist im Umfeld der Zielperson gerade total in oder schon ein längerer Trend?
  • Worüber spricht diese Zielperson häufiger?
  • Was hat sie bei Freunden oder Nachbarn ehrlich bewundert?
  • Wollte sie/er sich in letzter Zeit mal was kaufen, hat das aber nicht getan (z.B. weil Geld dafür gerade nicht übrig war)?
  • Was sind die Lieblingsfarben der Zielperson?
  • Macht sie Sport oder wollte schon immer mal was ganz Bestimmtes neu anfangen?
  • Was liebt und tut die Zielperson gerne?

Viele Fragen, wodurch vielleicht die richtigen Geschenkideen entstehen.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten & schöne Festtage!


Ihre Website oder Content soll natürlich auch zielgruppengerecht sein? Dabei helfe ich gerne persönlich ->

Kontakt

Firma. Familie. Freizeit? Rentenvorsorge? Freiberufler, (Solo-) Selbständige und Unternehmer tragen hohe Risiken und viel Verantwortung. Dabei leben sie oft ohne Netz und doppelten Boden – manchmal bis zum Lebensende. Ist das so? Wie sind sie sozial abgesichert? Ermöglicht die neue digitale Arbeitswelt z.B. durch Homeoffices eine bessere Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Beruf & Familie? Und: Ist eine Selbständigkeit für Eltern und Alleinerziehende (m/w) geeignet?


Dieser Artikel ist einer von zwei Beiträgen von Susanne Braun-Speck (@SBraunSpeck) beim Booksprint von der Bertelsmann Stiftung zum Thema “Vereinbarkeit 4.0.”. Das Buch wird im Januar 2019 herausgegeben und gemeinfrei sein.

26. September 2018: Während des 7. deutschen Weiterbildungstages mit dem Thema “Digitale Weiterbildung in Unternehmen“ fanden die Teilnehmer in Norderstedt (Schleswig-Holstein) einen Vorfall besonders charmant: An der Präsentation einer Schulungsfirma nahm u.a. ein freiberuflicher Mitarbeiter von extern / per Internetverbindung teil. Seine Aufgabe: Digital durch eine virtuelle Lernwelt navigieren und diese dem Publikum erklären. Doch plötzlich erklang ein heller Schrei. Weinen. Dann: Ton aus …

Die beiden Chefs auf der Bühne riefen ihren freiberuflichen Mitarbeiter. Er war nicht mehr zu hören, aber: unerwartet zu sehen. Die Kamera seines Notebooks war jetzt an – und alle im Vortragssaal sahen ihn: in Jeans und T-Shirt und mit Kleinkind auf dem Arm; zuhause am Küchentisch. Als sie merkten, dass sie zu sehen waren, winkte der Vater verlegen und das Kind unbedarft in die Kamera. Die rund 150 Zuschauer im Saal (Selbständige und Führungskräfte) jubelten und klatschten und freuten sich über dieses Bild der schönen, neuen digitalen Arbeitswelt.

#FreieMitarbeit #NewWork #Vereinbarkeit – sieht sie so aus? Ist das herrlich oder nervig?

Selbständigkeit klingt erst einmal spannend, bietet Abwechslung, ist aber auch eine große Last! Banken sehen sie selten als kreditwürdig an und das Privatleben kommt eigentlich immer zu kurz. Die Familie im Norden, der Kunde im Süden. Projekte, deren Zeitziel oft zu knapp kalkuliert wurde oder mehrere Aufträge parallel, sorgen für Stress. Mitarbeiter, die ausfallen oder Fachkräfte, die gar nicht erst zu gewinnen sind, treiben Unternehmer an den Rand der Machbarkeit. Solche und viele andere unternehmerische Risiken erfordern starke Nerven & einen langen Atem! Während zum Beispiel mittelständische Unternehmer besonders viel Verantwortung für ihre Mitarbeiter und deren Arbeitsplätze tragen; weiß ein Solo-Selbständiger oder Freiberufler: Ohne ihn geht nichts. Er ist nicht ersetzbar! Egal ob freiberuflicher Berater in der IT-Branche oder Arzt mit Praxis: Wenn der Chef zum Beispiel wegen Krankheit ausfällt, wird kein oder weniger Geld verdient. Nach 6 Wochen übernimmt vielleicht – wenn vorhanden – eine Kranken(tage)geldversicherung die Einkommensersatzleistung.

Selbständige und ihre Familie – kommt sie zu kurz?

So wie der oben genannte Vater entscheiden sich viele für die freiberufliche Tätigkeit, weil es in ihrer Berufsgruppe üblich ist – Ärzte, Rechtsanwälte, Hebammen, etc. Andere werden selbständig, weil sie sich als solche eher verwirklichen können, als in Festanstellung und – laut einer Umfrage von tiefenschaerfe.de – ihre Selbständigkeit der Familie viele Vorteile bietet. Mit den wenigen Nachteilen kann der größte Teil der Umfrageteilnehmer gut leben!

Rund 1/3 von ihnen findet es zudem herrlich, zuhause zu arbeiten, weil es familiennah und besser organisierbar ist. Sie schätzen, dass lange und stressige An- und Abfahrzeiten entfallen. Jeder 3. ist zudem davon überzeugt, im Homeoffice konzentrierter Arbeiten zu können und entsprechend produktiver zu sein. Für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (+Freizeit) sind ihrer Meinung nach mobile (digitale) Arbeitsplätze perfekt. Doch manche Unternehmer mussten erst Lehrgeld bezahlen, bis sie sich endlich solch eine persönliche Freiheit nahmen …

Armin Moghaddam, Chef der Firmen Alfalot und AMA (pistazien.de).

Armin Adib-Moghaddam, Unternehmer aus Reinbek, bei Hamburg, gründete parallel zu seinem Studium die A.M.A. Nussveredelungs-Manufaktur, danach zudem die Firma alfaLot, einem Exporteur von Industrieausrüstungen. Vor nunmehr 12 Jahren hat er in Reinfeld bei Lübeck ein innerstädtisches, 67.000 qm großes parkähnliches Industriegelände erworben. Hier vermietet er Einzelbüros, kleine und größere Lager und Produktionsflächen. Die Nachfrage ist groß und die Auslastung liegt bei über 80 %. Auch Coworking-Arbeitsplätze wären hier möglich.

Der Unternehmer ist geschäftlich täglich 12 Stunden eingebunden und oft auf Geschäftsreisen. Zusätzlich engagiert er sich als 2. Vorsitzender des örtlichen Handelsvereins und als „Business Angel“ für Existenzgründer. An diesen zeitlich aufwendigen Aufgaben ist seine erste Ehe mit zwei Töchtern gescheitert. In seiner jetzigen Partnerschaft, mit derzeit zweijährigem Sohn, will er das nicht wieder riskieren und arbeitet deshalb nur noch 4-Tage die Woche im Büro – und einen Tag zuhause. Zitat: „Ich schätze den frühen Morgen, wenn ich mit meinem Sohn am Frühstückstisch sitze und unsere gemeinsamen Freitage. Die Kindheit meiner – heute erwachsenen – Töchter verpasst zu haben, hat mich gelehrt, was wirklich wichtig ist. Die Zeit lässt sich leider nicht zurückdrehen …“

Sein Vater war über 60 Jahre selbständiger Kaufmann. In dieser Zeit hat er viele Millionen Euro Steuern bezahlt und musste dennoch in Krisenzeiten seine Altersrücklagen auflösen – das kennen viele Unternehmer. Seine ehemaligen 20 Mitarbeiter erhalten heute Rente – er nicht. Armin Adib-Moghaddam selbst zahlt einen fast 4-stelligen monatlichen Betrag an seine private Krankenkasse und seit ewigen Zeiten freiwillig den Mindestbeitrag in die gesetzliche Rentenkasse. Ob und wenn ja, wieviel er jemals rausbekommen wird, ist ungewiss. Der Industriepark und seine Unternehmungen sind in dem Sinne seine Rentenvorsorge. Was passiert, wenn er arbeitsunfähig wird, möchte er sich nicht ausmalen.

Selbständige leben ohne Netz und doppelten Boden!

Alexandra A. (Name von der Redaktion geändert) aus dem nördlichen Speckgürtel von Hamburg löst Sozialversicherungs-Probleme und Traum durch eine hybride Tätigkeit: Sie hat einen 15-Stunden-Job in Festanstellung und arbeitet zudem als selbständige Heilpraktikerin. Eine andere Chance hatte sie nicht … Nach langjähriger Familienzeit als Mutter ohne Berufstätigkeit war der Weg zurück ins Arbeitsleben schwer. Ihre Ausbildung fand bei Arbeitgebern keine Anerkennung mehr – zulange war sie raus aus dem alten Job. Zudem ist sie alleinerziehend mit Kind – aus Arbeitgebersicht keine gute Kombination. Aber: sie hat sich auf eigene Kosten Stück für Stück weitergebildet und sich als Heilpraktikerin zertifizieren können. Zuhause hat sie nun einen Praxisraum, wo sie Patienten behandelt. Irgendwann klappte es auch mit dem oben genannten Halbtagsjob als Betreuerin in einem Schulhort, worüber sie ein regelmäßiges Einkommen hat und sozialversichert ist. Bevor sie diesen Job hatte, war sie jahrelang als Aushilfe bei ihrem Ex-Mann versichert – um bezahlbar sozialversichert sein zu können!

Schulferienzeiten kann sie als einzige berufstätige Alleinerziehende perfekt überbrücken!

Bei ihrer Festanstellung im Schulhort arbeitet sie jede Woche mehr, als sie bezahlt bekommt und erarbeitet sich quasi die Ferienzeiten im Voraus – so wie Lehrer. Dadurch kann Alexandra A. ohne Probleme 3 Monate Ferien pro Jahr mit Kind stressfrei gestalten. Doch ohne den Kinderunterhalt vom Vater würde all das dennoch nicht für ein gutes Auskommen reichen. Alleinerziehend, ist alleinerziehend d.h. selbst in der Summe aller Tätigkeiten kein volles – und gut bezahltes – Einkommen.

Autorin & alleinerziehende Freiberuflerin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de

Susanne Braun-Speck (Autorin dieses Artikels, tiefenschaerfe.de), aus Reinfeld bei Lübeck kommt väterlicherseits aus einer Unternehmerfamilie – sie hat quasi das Unternehmer-Gen. Ihr Anliegen bei Gründung ihrer ersten Firma: eine neuartige Geschäftsidee verwirklichen und „etwas“ bewegen. Seitdem sie alleinerziehende Mutter ist (ab dem 8. Jahr ihrer Selbständigkeit), zeigt sich:

Überwiegend im homeoffice als Selbständige zu arbeiten, mit absolut flexiblen Arbeitszeiten ist für sie der einzig gangbare Weg, um qualifizierte Arbeit leisten sowie Beruf & Kind vereinbaren zu können.

Eine 5-Tage-Woche mit 40, 50 Arbeitsstunden z.B. in Hamburg mit langen Anfahrtzeiten ist für sie undenkbar.

Seit 2006 (seit der Einführung dieser Versicherung) ist Susanne Braun-Speck freiwillig bei der Agentur für Arbeit arbeitslosenversichert. Ihre Firma erlebte viele Aufs und Abs, ging aber erst den Bach runter, nachdem die Chefin  ihren zweiten Burnout erlebte und parallel alleinerziehende Mutter war. Das langjährige Risiko, nicht sozialversichert gewesen zu sein, konnte sie Anfang 2017 endlich mindern, in dem sie sich neu aufgestellt hat: Sie ist jetzt Kreative im Bereich Webdesign & Content-Management (Online-Redakteurin) und somit (freiwillig) in der Künstlersozialkasse (kurz: KSK) pflichtsozialversichert – daraus gibt es jetzt auch kein Entkommen mehr.

Die KSK bezahlt 50% ihrer Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse, Rente, Pflege), die nunmehr auch nicht mehr pauschal berechnet werden, sondern – wie bei Angestellten – sich prozentual am Einkommen (Honorar nach Abzug der Kosten) orientieren. Endlich ist sie sozial abgesichert! Neben ihrem ewigen Risiko als kleine Freiberuflerin wie große Unternehmerin (die ehemalige Firma hatte ein Franchise-System mit 9 Niederlassungen, sie war der Chef d.h. Franchisegeber) UND alleinerziehende Mutter, die nie Unterhalt bekam, hat mit der sozialen Absicherung über die KSK nunmehr ihr unternehmerisches Risiko ein wenig gemindert. Doch wird sie von ihrer gesetzlichen Rente ziemlich sicher nicht leben können (Status heute).

Wie lösen andere Selbständige solche Probleme? Wer ist sogar versicherungspflichtig?

Alex Kauz, Dachdecker aus Bad Oldesloe ist pflichtsozialversichert.

Dachdecker-Meister Alex Kauz aus Bad Oldesloe (Kreis Stormarn, kauz-bedachung.de) ist mittlerweile mehr als 3 Jahre selbständig und liefert handwerkliche Qualitätsarbeit. Die hat seinen Preis – wirklich gute Gesellen fordern auch wirklich guten Lohn. Damit er diese auch über die Wintermonate halten und bezahlen kann, lässt er sich selbst in einem befreundeten, größeren Handwerksbetrieb im Winter sozialversichert einstellen – für Büroarbeit. Als selbständiger Handwerker gehört er traditionell zum Kreis der Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung (Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2018 (siehe Link)). Dazu zählen alle Gewerbetreibenden, die in die Handwerksrolle eingetragen sind und tatsächlich selbständig arbeiten. Der Regelbeitrag in 2018 beträgt für selbständige Pflichtversicherte 501,27 Euro. Alex Kauz hat übrigens zwei Kinder und sein Büro sowie Lager im Anbau am Haus – so ist er wenigstens indirekt mal zuhause. Zeit für die Familie hat der Familienvater nur bei sehr, sehr schlechtem Wetter und am Sonntag; da nimmt er sich die.

Weitere selbständige Pflichtversicherte sind zum Beispiel: Lehrer, Künstler / Kreative wie Webdesigner; Hebammen, Erzieher, Tagesmütter und Beschäftigte in der Pflege; Hausgewerbetreibende; Selbstständige mit einem Auftraggeber („Scheinselbständige“) etc. Vorteilhaft ist für sie natürlich, dass sie entsprechend Anspruch auf Alters- oder Erwerbsminderungsrente haben. Doch die Summe der monatlichen Versicherungskosten ist hoch, und muss erst einmal verdient werden. Alleine für die Rentenversicherung kann der Höchstsatz für Selbständige bis zu 1.078,80 EUR betragen (Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2018 (siehe Link)).

Geht das überhaupt, wenn der betroffene Selbständige zum Beispiel Kinder hat und wegen ihnen nur Teilzeit arbeiten kann? Im Extremfall alleinerziehend und nirgendwo anders – also nicht z.B. über einen Ehepartner – versichert ist?

Gering verdienende Selbst­ständige zahlen bislang z.B. unver­hält­nismäßig hohe Krankenkassenbeiträge. Die Kassen setzen noch ein fiktives Mindest­einkommen von 2 284,75 Euro an; die Höchstgrenze 2018: 4.425 Euro pro Monat. Für Selbstständige mit Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit oder besonderer Beitragsentlastung: 1.522,50 EUR.

Ab dem 1. Januar 2019 wird durch GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) das fiktive Einkommen auf 1.015 Euro im Monat und damit der zu zahlende Mindestbeitrag auf rund 188 € (f. KV + Pflege) gesenkt werden. Damit ist bereits ein wichtiger Beitrag geleistet!

Doch: Deutlich höhere Beiträge sind schnell erreicht … In Zahlen:

Versicherungen Mindest-beitrag bis Ende 2018
Beträge beim Einkommen* von 4.500 € zugrunde  liegende Höchstgrenze % Satz 2018 / Erläuterungen
Rente 283,19 € 566,37 € 3.045 € 18,6% von der Höchstgrenze
Krankenv. mit Tagegeld 333,43 € 685,88 € 4.425 € 14,6% mit Krankengeld-Anspruch
ggf zzgl. KV-Zusatzbeiträge 20,03 € 39,83 € 4.425 € 0,9% bei der TK (Techniker TK)
Pflege 58,24 € 112,84 € 4.425 € 2,55% (zw. EUR 58,24 u. 112,84)
zzgl. freiw. Arbeitslosen-V. 45,68 € 91,35 € 3% bzw. Pauschalen bei Selbständigen
Summe pro Monat: 740,57 € 1.496,27 €    
1/2 Satz (50%) 370,28 € 748,13 €   für KSK-Mitglieder; auch für Selbstständige mit Gründungszuschuss kommen andere Summen zustande.
Quellenangaben:

Vom Bruttoeinkommen (nach Kosten für den Betrieb) in Höhe von 4.500 € / pro Monat bleiben dem normalen Selbständigen nach Abzug der Sozialversicherungsleistungen in Höhe von 1.496,27 € nur noch 3.003,73 EUR übrig. Hierauf bezahlt er Lohnsteuer in Höhe von ca. 858 € (je nach Steuerklasse)

Das bedeutet:

Der Selbständige hat bei diesem Beispiel ein Nettogehalt von 2.145,73 Euro – für all seine Risiken!

Lohnt sich das? Ist das verhältnismäßig? Ganz gewiss nicht. Deswegen zahlen viele Selbständige / Unternehmer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein, sondern schließen – in jungen Jahren ohne Kinder – eine günstigere private Krankenversicherung ab und sorgen durch private Versicherungspolicen vor. Doch Altersvorsorgen verschwinden oft schneller, als sie aufgebaut wurden: beispielsweise wenn die Umsätze nicht ausreichen, das Unternehmen in eine Schieflage gerät und die Altersvorsorge für den weiteren Betrieb gebraucht wird – kein Einzelfall und bei Insolvenzen die Regel.

Was sind die Alternativen? Gibt es Lösungen?

Eine Alternative für selbständige Berater ist in jüngster Zeit zum Beispiel die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft, worüber sie dann versichert sind. Doch: Gerade Alleinerziehende und viele andere Kleinstunternehmer jeder Branche leben ohne soziale Absicherung, dass heißt ohne Netz und doppelten Boden. Einfach nur, weil die Gesellschaft deren Situation verkennt und die im Sozialsystem über Bord gehen lässt, die am Dringensten benötigt werden: Frauen, die Kinder in die Welt setzen & Kleinstunternehmer, die die Wirtschaft tragen. Helfen würden eine:

Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK)* ähnlich der Künstlersozialkasse

Die von Susanne Braun-Speck erdachte und noch zu zu gründende Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) würde ihre Mitglieder a) ähnlich wie die Künstlersozialkasse, in den vollumfänglichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung stellen und 50% ihrer Beiträge übernehmen bzw. durch Steuergelder finanzieren. Alleinerziehenden wird b) zudem das Einkommen und die Rentenvorsorge so aufgestockt, als wären sie Vollzeit berufstätig. Sollten sie und auch andere als Kleinstunternehmer selbstständig sein, zahlen sie wie Angestellte nur prozentual Sozialversicherungsbeiträge anstatt hohe Pauschalen. Denn: Eine freiberufliche bzw. selbstständige Tätigkeit macht es ihnen möglich, flexibel zu arbeiten – wann und wo sie wollen und wegen ihrer Kinder können!

# Creative Commons Lizenzvertrag “SAK – Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer” von Susanne Braun-Speck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter https://tiefenschaerfe.de/sak/.

Warum die Finanzierung klappen kann: Bund und Länder zahlen die Zuschüsse der SAK anstatt ALG oder Hartz IV aus selbigen Kassen. ALG I und II-Empfänger sind ja auch sozialversichert. Das heißt, die Mehrkosten für Bund/Länder für SAK wären gering. Langfristig rechnet sich das. Denn arbeitslose Eltern inbesondere Alleinerziehende werden zu Selbständigen. Auch mal zu überdenken: Eine verheiratete nebenberufliche Selbständige/r (max 18 Std/Woche) ist kostenfrei in der Familienversicherung mit krankenversichert, sofern der Ehepartner gesetzlich versichert ist. Alleinerziehende haben diese Möglichkeit NICHT und müssen sich z.B. voll als Selbständige krankenversichern.

Durch die SAK würden Start-Up´s und Kleinunternehmen gefördert und der Fachkräftemangel gesenkt werden, da in vielen Berufen Teilzeitarbeit auf selbständiger Basis sehr gut möglich ist (vom Rechtsanwalt bis zur Pflegefachkraft). Es gäbe ein deutlich kleineres Risiko als Unternehmer UND soziale Sicherheit, wodurch deutlich mehr Mütter, die eine Fachausbildung oder Studienabschluss haben, neben den Kindern selbständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Sogar die Geburtenrate würde sich erhöhen und so für mehr Nachwuchs sorgen. Eine derartige soziale Absicherung böte Frauen den Anreiz, der Wirtschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen UND Kinder zu bekommen. Natürlich ist eine berufliche Chance auf selbständiger Basis eine Alternative zu Hartz IV und: Kinder werden aus der Armutsfalle geholt und erleben eine förderliche Entwicklung – diese Kinder sind die Ingenieure UND Rentenzahler von morgen!

Letzte Worte. Ja. Die neue digitale Arbeitswelt bietet z.B. durch Homeoffices Vielen, insbesondere Müttern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf & Familie. Für die soziale Absicherung wurden hier Lösungen vorgestellt. Die Politik muss sie nur realisieren.


Schon gewusst? Auf das Jahr gerechnet, verdienen viele Selbständige oft NICHT mehr als Angestellte!

So berechnet sich das Honorar von ihnen (Modell: Gehalt vs Honorar Berechnung (kurz: GvH-Berechnung)*

Angestellten-Gehalt vs Beraterhonorar    
       
Position / Kosten für einen Angestellten (Beispiel: Software-Entwickler) Euro / Jahr pro Monat pro Tag

bzw. Std

Durchschnittsgehalt Angestellter (12 Gehälter, brutto) 56.000,00 € 4.666,67 €  
zzgl. Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (ca. 20%) 11.200,00 € 933,33 €  
freiwillige AG-Leistungen wie z.B. Pensionsfonds, vermögenswirksame Leistungen, etc (200,-/mon.) 2.600,00 € 216,67 €  
Weiterbildungskosten p.a. 1.000,00 € 83,33 €  
Summe pro Jahr (brutto) 70.800,00 € 5.900,00 €  
       
Arbeitstage eines Angestellten      
Kalendertage 365    
abzgl. Wochenend-Tage -104    
abzgl. Urlaub -30    
abzgl. Feiertage -10    
abzgl. Krankheit -8    
abzgl. Weiterbildung -6    
produktive Tage eines Angestellten á 8 Stunden 207    
       
Das kostet ein Angestellter tatsächlich PRO TAG:      
Gehalt durch produktive Arbeitstage 342,03 €    
das sind in der Stunde (8/Tag) 42,75 €    
       
das dürfte nun ein gleichwertiger Freiberufler kosten, um das gleiche wie ein Angestellter zu verdienen:      
Summe Gehalt pro Jahr Angestellter (siehe oben) 70.800,00 €    
zzgl. Betriebskosten für Freelancer (Büromiete, Steuerberaterkosten, etc) je Monat 400 € 4.800,00 €    
Summe 75.600,00 €    
       
tatsächliche Arbeitstage für Freiberufler errechnen sich so:      
Tatsächlich produktive Angestellte-Arbeitstage 207    
abzgl. Leerlauf zw. Projekten, Akquisephase (22 Tge/Jahr) -22    
abzgl. “Heimarbeit” / Tage für interne, nicht an Kd fakturierbare Arbeitstage (4 Tage pro Monat) -48    
Summe tatsächlich fakturierbarer Arbeitstage: 137    
       
notwendiges Honorar pro Tag  (Zeile 24 geteilt durch Zeile 30)
(um das selbe wie ein Angesteller zu verdienen)
    551,82 €
Honorar pro Stunde eines gleichwertigen Freiberuflers (netto zzgl. Ust)     68,98 €
* Gehalt vs Honorar-Berechnung (kurz: GvH-Berechnung) von Susanne Braun-Speck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter https://tiefenschaerfe.de/wertschaetzung/ bzw. https://jobhopper.de/wertschaetzung/

Diese Berechnung hat die Autorin erstmalig 2011 in ihrem Artikel „Wertschätzung von Know-how und Leistungen – sind Freelancer ihre Honorare wert?“ erstellt. Seitdem wird sie von einigen Firmen zur Berechnung von fairen Honoraren genutzt!

Jugendliche als Azubis finden ist schwer? Dass diese digital Arbeiten können, ist keineswegs selbstverständlich? „Digital natives“, die Jugend heute nutzt zwar Whatsapp und soziale Netzwerke, aber: mit beruflichem digitalen Arbeiten hat das wenig zu tun! Das müssen sie erst lernen.

Media4Teens ist ein modernes Konzept des New Learnings. Hier erleben junge Erwachsene – auf Wunsch auch langjährige Mitarbeiter – wie digitale Kommunikation funktioniert sowie, wie ein Online-Portal als Azubi-Blog, Firmen-Magazin oder Lern-Portal aufgesetzt, administriert, strukturiert und mit multimedialem Content belebt wird. Unternehmerisches Denken, Datenschutz,Content-Management, Social-Media und vieles mehr sind dabei ein Thema.

Methodenbausteine aus dem Bereich der Kreativitätsförderung (MindMapping, Design Thinking) sowie der agilen Entwicklung (Scrum) werden ebenso integriert, wie eine strikte Handlungsorientierung (Probieren geht über Studieren). Referenz-Projekt ist erkant.de, die beste Online-Schülerzeitung 2018 (u.a. Gewinner des Innovationspreises des BDZV).

Bei digitalen Media4Teens-Projekten ist der Weg das Ziel!

Beteiligte lernen mit Kopf, Herz und Hand, selbstaktiv und mit viel Spaß: 

  • die Nutzung eines CMS-Systems sowie von Text- und Bildbearbeitungs-Programmen
  • digitales Recherchieren und Online-Arbeiten
  • Erstellen von digitalen Medien (Text, Bild, Audio, Video, Online-Umfragen)
  • „blended learning“ (Präsenz- und E-Learning)
  • Entwicklung und Nutzung ihrer Kreativität
  • eine höhere Lesekompetenz und Rechtschreibung
  • Ansätze von Online- und Social-Media-Marketing
  • Team- / kollaborative Arbeit (z.B. beim Schreiben von gemeinsamen Artikeln)
  • das Kommunizieren per E-Mail und auf allen sozialen Netzwerken
  • Ansätze von Datenschutz, Einhaltung von Persönlichkeitsrechten

Sie möchten mehr erfahren? Ihre Ansprechpartnerin ist Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de, Tel.: 0172 – 4 33 22 77; E-Mail: s.braun-speck@tiefenschaerfe.de

Steps & Projekttage -> weiterlesen geht nur mit Passwort (hier anfordern):

Braun-Speck, mein Doppelname, ist ein gutes Beispiel: Die Suchmaschine Google nimmt den Bindestrich dazwischen wahr und ignoriert ihn gleichzeitig. Das ist von Vorteil, denn: Ein durch Bindestrich getrenntes langes Wort wird bei Google 4x so häufig gefunden!

Beispielsweise wird mein Name von der Suchmaschine als ganzes Wort “BraunSpeck” (hier ignoriert Google den Bindestrich) und als das, wie er geschrieben wurde: Braun-Speck wahrgenommen, sowie: einzeln. Das heißt: die Suchbegriffe “Braun” und “Speck” werden durch die Bindestrich-Variante auch bei Google gefunden.

Zugegeben: Bei meinem Namen kommen da kuriose Ergebnisse heraus … (es darf gelacht werden > siehe Screenshot). Fakt ist:

Das ist ein kleiner Trick für Suchmaschinen-Optimierung!

Außerdem:

  • lange zusammengesetzte Begriffe werden durch Trennung deutlich leichter lesbar und damit verständlicher.
  • Außerdem: Sehr lange Worte werden  auf kleinen Bildschirmen, insbesondere auf Smartphones, nicht automatisch per Zeilenumbruch lesbar dargestellt, sondern: der Text verschwindet dann am Bildschirmrand. Das funktioniert aber super, wenn lange Worte durch Bindestrich getrennt sind!

Laut der neuen deutschen Rechtschreibung ist das erlaubt.

Beispiele (gerne vergleichsweise am Smartphone vs. PC ansehen):

  • Content-Marketing, anstatt Content Marketing
  • Kreativitäts-Förderung, anstatt Kreativitätsförderung
  • Web-Design, anstatt Webdesign
  • Mindmapping-Methode, anstatt Mindmappingmethode
  • Suchmaschinen-optimierte Texte, anstatt Suchmaschinenoptimierte Texte

PS: Es gibt gegenteilige Meinungen zu diesem SEO-Thema; im Zweifel gilt aber für mich: die Lesefreundlichkeit hat immer Vorrang!

Und wenn Sie jetzt das Google-Alert-Suchergebnis zu meinem Namen immer noch lustig finden oder ganz fürchterlichen Hunger bekommen haben, schreiben Sie mir. Denn: Gemeinsam Lachen und Essen verbindet! Kontakt

 

Am 14.9.18 fand die Preisverleihung des Schülerzeitungs-Wettbewerbs der Länder 2018 im Bundesrat* in Berlin statt. Susanne Braun-Speck / tiefenschaerfe freut sich – in Funktion als Coach und Dozent in Sachen Webdesign & digitaler Content-Entwicklung – darüber, ihre Jugend-Redakteure von erKant aus Reinfeld doppelt erfolgreich gemacht zu haben!

29 Redaktionen von 1900 Bewerbern waren vorher preisgekrönt worden und erhielten Preisgelder zwischen 250 & 1000 Euro sowie die Berlin-Reise geschenkt (die aber nicht alle wahrnahmen). Bundesratspräsident und Schirmherr des Michael Müller eröffnete die Veranstaltung im Plenarsaal des Bundesrates.

Jugendliche im Fokus, die erKant-Redakteure sogar 2x !

Für das Reinfelder Team hatte Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer vom BDZV, eine besondere Überraschung: Er zog sich vor allen Gästen im Saal um und gratulierte Tobias und Minoka (Tochter von Susanne Braun-Speck) im erKant-Sweatshirt, welches er sich über deren Shop bestellt hatte. Dietmar Wolff übergab die Urkunde zum Preis:

„Ideen. Umsetzen. – Der Innovationspreis für Schülerzeitungen“, sprich der besten Online-Schülerzeitung Deutschlands 2018 :-)

Unter Anderem sagte er, dass erKant eine richtige Marke und sehr Zielgruppenorientiert wäre (was Marketing-Fachleute zu deuten wissen). Mit dem Untertitel auf der Startseite der Online-Zeitung: “Erkant kannst du: Lesen. Hören. Sehen.” nahm er den Faden der Redaktion auf, der auf multimediale Darstellungsformen (Text, Bild, Audio, Video) anspielt.

Einmalig an diesem Tag: Eine zweite Auszeichnung für dieselbe Redaktion!

Auch die erKant-Redakteure Mira und Marie durften in die Mitte des Plenarsaals treten, denn: der Gewinn der Werner-Bonhoff-Stiftung zum Thema “Hat deine Schule Mobbing im Griff” ging ebenfalls an die Reinfelder! Überreicht hat ihn Tim Bartelt (Vorstand der Stiftung).

Fotos von der Preisverleihung im Bundesrat*:


Die erKant-Redakteure zusammen mit Laudator Dietmar Wolff vom BDZV (Mitte) und Jugendpresse-Vorstand Reica Lindner (Links). Foto: Jugendpresse Deutschland

Die gesamte Preisverleihung dauerte circa zwei Stunden, wonach es noch Foto-Termine mit den Laudatoren (m/w) gab. Während all die Anderen danach schon mal einen Snack essen konnten, musste ErKant-Mitglied Minoka sich mit Hilfe von Mira auf ein Interview mit dem Magazin Campus des Deutschlandfunks (hier zu hören) vorbereiten. Das Online-Interview fand um 12 Uhr im Presseraum des Bundesrats statt – eine Herausforderung für eine 14-jährige? Bestimmt. Gesendet wurde es nachmittags um ca. 15 Uhr.

Weitere Artikel zu der Berlin-Reise stehen auf dem Content-Management-System / Website: https://erkant.de


* Der Bundesrat ist ein Verfassungsorgan der Bundesrepublik Deutschland, durch das die Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes sowie in Angelegenheiten der Europäischen Union mitwirken. Jedes Land ist durch Mitglieder seiner Landesregierung im Bundesrat vertreten (Quelle: Wikipedia).

Weitere Infos:

“Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt”- ist eines der bekanntesten Zitate von Albert Einstein (Dt. Physiker aus Ulm; † 1955)

Nun: Heutzutage finden wir Wissen absolut unbegrenzt und jederzeit abrufbar im Internet. Entsprechend ist es nicht wirklich wichtig, sein Hirn mit Fakten vollzustopfen und/oder studiert zu haben. Recherche-Kenntnisse sind wichtig, d.h. es ist gut zu wissen, wie und wo die richtigen Informationen gefunden werden können. Noch viel wichtiger ist aber, durch Kreativität (ähnlich: Fantasie) Neues zu schaffen, Lösungen zu finden, komplizierte Sachverhalte zu verstehen, Gelerntes auf Anderes zu übertragen, Denkmuster zu ändern, etc. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit, in der digitale Lösungen Althergebrachtes im Eiltempo ablösen und es ständig irgendwas Neues gibt.

Anders, als üblicher Weise angenommen, wird Kreativität nicht nur von Künstlern, etc gebraucht, sondern in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen. Per Definition (Quelle: Wikipedia): Der Begriff “Kreativität” geht auf das lateinische Wort creare zurück, was so viel bedeutet wie „etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen, herstellen“ und „auswählen“. Der Begriff enthält als weitere Wurzel das lateinische “crescere“, das “geschehen und wachsen” bedeutet.

Kreativität ist ein Zwischending aus “aktiven Tun” und “passivem Geschehenlassen” – moderne Kreativitäts-Methoden spiegeln das wieder.

“Ich selbst hatte nie das Gefühl, schreiben zu können. Auch meine Schulnoten in Deutsch gaben darauf keinen Hinweis. Als ich Anfang Zwanzig war, lernte ich in einem Seminar die Kreativmethode “Mindmapping” kennen (auch “Cluster-Verfahren” genannt). Damals mit dem Ziel, zu lernen, wie ich meine Arbeit strukturieren und Vorhaben planen kann. Das geht mit Mindmaps nämlich auch! Mindmapping macht mir soviel Spaß, dass ich seit damals – das ist rund 30 Jahre her – wirklich alles und nichts mit Mindmaps vorbereite. Meetings, Konzepte, redaktionelle Texte. Das größte Mindmap – ein Unternehmenskonzept – war zwei Meter lang und breit – das musste an einer Wand hängen …”- das ist die Erfahrung, die Susanne Braun-Speck / tiefenschaerfe machte.

Auf dem Bild zu sehen: eine SWOT-Analyse als Mindmap.

Bitte zum Vergrößern auf die Grafik klicken!

“Einige Jahre später (1997), als ich zusammen mit einem Grafiker und einem Programmierer eine Website für einen Kunden entwickelte, las ich einige Texte, die der Grafiker geschrieben hatte. Die waren spannend, wortgewandt, einfach interessant! Das fand ich toll. DAS wollte ich auch können! Da ich mich ganz und gar nicht für so kreativ hielt, wie er es war, benutzte ich die Methode Mindmapping, um mir selbst zu helfen.”

Zunächst ist ein Mindmap oder Cluster eine grafisch erfasste und verzweigte Assoziationskette, die von einem Zentralwort ausgeht. Der kreative Prozess entsteht durch das Zusammenwirken von bildlichem und begrifflichem Denken und funktioniert fast wie von alleine.

Die Mindmapping-Methode hilft dabei, die Gedanken frei entfalten und die Fähigkeit des Gehirns zur Kategorienbildung nutzen zu können.

“Mit jedem Mindmap wurde ich besser, einfallsreicher – kreativer. Plötzlich machten Planungsaufgaben Spaß; das vernetzte Denken meines Hirns funktionierte immer besser (rechte und linke Gehirnhälfte), ohne Hexenwerk oder großem Arbeitsaufwand konnte ich Konzepte entwerfen. Und natürlich Texte jeder Art schreiben. Mittlerweile brauche ich kein Papier mehr – mein Hirn hat es durch jahrelanges Mindmapping gelernt, vernetzt zu denken und kreativ zu sein. Jetzt geht das alles einfach so! Meine Tätigkeit als Content-Redakteur fällt mir leicht!”

Sie möchten auch so kreativ werden? Schulung anfragen -> Kontakt