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Der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern kann nicht gedeckt werden – Bewerber fehlen. Firmen versuchen oft monatelang bestimmte Stellen zu besetzen; manchmal ohne Erfolg. Das bedeutet für sie: Unzufriedene Kunden; Aufträge ablehnen müssen; Dauerstress und: kein Wachstum. Wie lösen kleine Arbeitgeber und Mittelständler das Problem?

Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (kurz: BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – steht auf dem höchsten Stand aller Zeiten, bei: 206 Punkten (12/2015). Und: Die Arbeitslosigkeit bewegt sich auf dem niedrigsten Stand seit 24 Jahren! Deshalb hoffen einige Branchen aktuell auf die Belebung des Arbeitgebermarktes durch bleibende Flüchtlinge. Doch bis diese wenigstens unsere Sprache erlernt und eine Arbeitserlaubnis erhalten haben, werden noch circa 1,5 Jahre vergehen *1. Andere Branchen rekrutieren schon lange (zum Beispiel Pflegekräfte) aus dem europäischem Ausland.

Aber was nutzt Arbeitgebern kurzfristig?

analyse-grünWie können sie Mitarbeiter gewinnen? Welche Fehler werden gemacht? Susanne Braun-Speck, IT-affine Marketingberaterin (www.tiefenschaerfe.de) erzählt: „Gerade in der letzten Woche hatte ich verschiedene Gespräche mit Arbeitgebern. Dabei ist mir Einiges aufgefallen!“

Einer der Arbeitgeber aus Stormarn erzählte: „Wir suchen jetzt seit fast einem Jahr einen Mitarbeiter für diese Stelle! Unglaublich, dass sich keiner bewirbt.“ Braun-Speck hinterfragte das wie folgt: „Wo haben Sie die Stellenbeschreibung denn veröffentlicht?“ Die Antwort war kurz: „Auf unserer Website!“ „Und sonst?“ „Nirgendwo. Vor Weihnachten haben wir die Stelle dann auch beim Arbeitsamt eingetragen. Dadurch kamen jetzt zwei Bewerbungen aus der Region herein.“

Der Fehler liegt für Braun-Speck auf der Hand: „Eine Stellenanzeige NUR auf einer wenig besuchten Firmen-Homepage (welche vielleicht noch nicht einmal auf Smartphones lesbar ist), wirkt wahrlich nicht werbend. Dadurch wird die Stellenausschreibung nicht umfangreich bekannt gemacht! Weder im realen Leben, noch Online im Internet!“ Logisch klingt, dass sich auf eine nicht verbreitete Stellenanzeige auch niemand bewirbt …

Auf Arbeitgeber-Marketing und Familienfreundlichkeit setzen

beratung_grünUnser Rat gerade für kleine und mittelständische Arbeitgeber lautet: „Nutzen Sie die ganze Palette des Marketings für sich als Arbeitgeber! Marketingmaßnahmen erschaffen die Basis für das Verkaufen der Produkte oder Dienstleistungen einer Firma, die Belebung einer Einkaufsstraße oder einer ganzen Region, und: auch für das Gewinnen und Binden von Mitarbeitern.

fotolia_24919197_957x400Dabei sei die Kunst, sich als Arbeitgeber ein authentisches Image passend zur Zielgruppe zu erarbeiten; indirekt zu werben und in der Region einen „Namen“ zu haben. So wie eine Marke ein einzigartiges Profil haben muss, so müssen – in heutigen Zeiten – auch Arbeitgeber so ein Profil aufzeigen.

Perfektion ist langweilig. Charakter ist gefragt.

Kleine Arbeitgeber mögen denken: Das ist zu teuer. Aber ich glaube: (teure) Perfektion ist langweilig. Wie ein ebenmäßiges, schönes Gesicht. Wenn Sie Menschen mit Falten mögen, dann wissen Sie was ich meine: Es geht um Stil, Einzigartigkeit; gelebte Geschichte – um Charakter eben. Den hat man oder kann ihn herausarbeiten.“

Dieses Profil herauszuarbeiten, bedeutet harte Arbeit. Aber es gibt auch leichtere Maßnahmen, um als Arbeitgeber interessanter zu werden und dem Mitbewerb ein Schnippchen zu schlagen! „In handwerklichen Berufen ist z.B. ein schöner heller Pausenraum ein Plus oder regelmäßige Betriebsfeiern – worüber natürlich öffentlich berichtet und bestenfalls im Social Web diskutiert werden muss. In kaufmännischen Berufen z.B. profitieren Arbeitgeber erheblich davon, wenn sie tatsächlich familienfreundliche Arbeitsverhältnisse anbieten. Wichtig ist hierbei, das sowas nicht nur Schein ist, sondern wirklich gelebt wird. Maßgefertigte mutterfreundliche Maßnahmen helfen, sich die besten Frauen von den Spielplätzen in die Betriebe zu locken!“

Betriebe tatsächlich familienfreundlich zu gestalten, ist ein Traum von Braun-Speck – gerne würde sie helfen. Zu guter Letzt gibt es noch Guerilla-Marketingmaßnahmen, die bei der Personalsuche und -bindung helfen können. Aber das hier zu erörtern, würde den Rahmen sprengen.

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Weitere Infos und Quellenangaben:

*1 Eine Arbeitserlaubnis erhalten Flüchtlinge, nachdem sie z.B. 18 Monate im Land geduldet wurden oder wenn sie anerkannte Asylbewerberinnen und -bewerber geworden und vom Bundesamt einen positiven Bescheid (= Aufenthaltstitel) erhalten haben. Dann dürfen sie grundsätzlich uneingeschränkt als Beschäftigte arbeiten und auch einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Für alle Anderen (Geduldete, Nichtausgewiesene, etc) wird im Einzelfall von der Agentur für Arbeit und/oder der Ausländerbehörde entschieden. Eine Berufsausbildung, Praktika zu Weiterbildungszwecken, Freiwilligendienst oder die Arbeitsaufnahme von Hochqualifizierten ist ohne Zustimmung durch die Arbeitsagenturen nach 3 Monaten in D möglich. (Quellen: www.bamf.de sowie http://dejure.org/gesetze/AufenthG/25.html)

Weitere Quellen-Angaben:

Zum BA-X: https://www.statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/BA-X/Ba-X-2015-12.pdf

Arbeitslosigkeit auf niedrigstem Stand seit 24 Jahren: www.tagesschau.de/multimedia/video/video-145625.html

 

Zentrale Aufgabe des Personalmarketings (auch: “Employer Branding”) ist es, die Voraussetzungen zur langfristigen Fachkräfte-Sicherung für ein Unternehmen, einen Standort, etc zu schaffen.

Personalmarketing-Maßnahmen dienen a) dem Binden von vorhandenen Mitarbeitern und b) dem Finden von neuen Mitarbeitern. Sie sollen die Attraktivität von Arbeitgebern, Standorten, etc steigern; von Wettbewerbern positiv abheben und den Rahmen für neue Personallösungen schaffen.

Es gibt sowohl interne wie auch externe Personalmarketing-Maßnahmen, wobei wir Sie gerne beraten.  Ein Erstgespräch ist kostenfrei. Vereinbaren können Sie dies gerne per eMail unter: Kontakt@tiefenschaerfe.de

Sie informieren sich oft im Internet? Ihre Personalabteilung recherchiert dort nach Bewerbern? Aufgepasst: Arbeitssuchende tun das auch und informieren sich dort – über SIE, als Arbeitgeber!

Im Social Web erfährt jeder (fast) alles. Arbeitgeber werden nicht nur nach Ihrem Ruf im realen Leben, sondern auch auf ihr Image im Web 2.0 überprüft.

  • Wer ist ein fairer Chef? Wer zahlt gute Löhne?
  • Wie sieht es mit Flexibilität, Familienfreundlichkeit, Stimmung im Betrieb aus?
  • Was ist mit Weiterbildung? Ausstattung der Arbeitsplätze?

All das kann – und sollte – im Internet stehen. Auf der Firmenwebsite, in Communities, sozialen Medien wie xing, facebook, linkedIn, etc.

Firmen können dies auch steuern und nicht allein der Crowd (hier: Menschenmasse im Internet) überlassen!

Bewertungsplattformen können z.B. dazu dienen, ein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und sich gegenüber Wettbewerbern auf dem Markt zu positionieren. Außerdem bieten einige Portale die Möglichkeit an, sich mit einem selbst erstellten Unternehmens-Profil für potenzielle Bewerber zu präsentieren und auf freie Stellen hinzuweisen.

Analysieren Sie den Markt

Unternehmen sollten ihre Bewertungen stets im Auge behalten und überwachen (Monitoring). Auf negative Bewertungen und Kritik sollten AG konstruktiv und offen reagierten – schaffen sie Transparenz, nehmen Sie Kritiken ernst und entwerfen daraus Ideen zur Verbesserung Ihrer Arbeitgeber-Marke.

Mein Tipp: Bleiben Sie hierbei authentisch: Verbreiten Sie in der Öffentlichkeit NUR positive Merkmale, die sie real auch umsetzen und im Betrieb stattfinden (z.B. nicht behaupten, dass sie flexible Arbeitszeiten anbieten, aber in Wahrheit es jedem Übel nehmen, wenn er wirklich seine Arbeitszeit frei gestaltet).

 Vorzeige-Arbeitgeber:

 Plattformen:

  • meinChef.de
  • bizzWatch.de
  • Jobvoting.de
  • meinpraktikum.de
  • prakti-test.de
  • Kununu.com

Kununu.com ist die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform im deutschsprachigen Raum.  Hier suchen über 1,5 Millionen Personen pro Monat nach attraktiven Arbeitgebern und Ausbildungsbetrieben. Machen Sie sich das zunutze!

  • Arbeitgeberimage als Unternehmen mitgestalten
  • Begeistern bestehender und gewinnen neuer Mitarbeiter
  • Bekanntheitsgrad als attraktiver Arbeitgeber steigern
  • Von Job- und Arbeitgebersuchenden gefunden werden
  • Etc

Praxis:

  • Anmeldung / Login mit XING-Profil möglich!
  • Es können Unternehmens-Profile mit Logo, Stellenprofilen, Ansprechpartner, Fotos, Gütesiegel, etc kann angelegt werden
  • Es werden Tipps im Umgang mit Bewertungen gegeben (http://www.kununu.com/unternehmen/proaktiv)

Fazit: Ein MUSS für moderne Arbeitgeber, vor allem die, die unter Fachkräftemangel leiden!