Überall wird von DER Digitalisierung gesprochen; von sozialen Netzwerken und medienpädagogischer Bildung, digitalen Produkten und Services, bis hin zu künstlicher Intelligenz in Industrie und (Medizin-) Technik. Aber: Was meint Digitalisierung überhaupt? Was nutzt sie, wozu brauchen wir die Digitalisierung? Was sind die Ziele? Welche digitalen Kenntnisse müssen Menschen erwerben?

  • Digitalisierung meint zunächst einmal den Prozess, bei dem analoge Medien in digitale Formate umgewandelt werden.
  • Ebenso ist damit gemeint, dass Handarbeit sowie von Hand betriebenen Geräte nunmehr von Maschinen geleistet sowie digital gesteuert werden.

Beispielswiese werden handgeschriebene Texte alternativ digital am PC/Tablet/etc in einem Software-Programm geschrieben und als Textdatei gespeichert. Das auf einem Speichermedium wie einer Festplatte, anstatt auf Papier in einem Heft oder Ordner. Im Alltag reden wir auch von Digitalisierung, wenn Menschen nicht mehr im Kopf ihren Puls zählen und errechnen, sondern eine Smartphone-APP das macht.

Nun gibt es sehr viele verschiedene Branchen mit verschiedensten analogen sowie digitalen Medien, Geräten und Methoden – jede hat ihren ganz eigenen Bedarf an “Digitalisierung”. Während Industrie und Wirtschaft zwei Kernziele haben: die Produktivität und den Umsatz zu steigern bzw die Gewinnmarge zu erhöhen und damit das Wachstum, haben Institutionen aus Politik, Bildung, Non-Profit, etc andere Schwerpunktziele.

Grundsätzlich soll die Digitalisierung das Leben, die Arbeit, Produkte & Dienstleistungen, etc.:

  1. besser, einfacher und effizienter machen
  2. Zeit und/oder Geld sparen (z.B. auch durch digitale Homeoffice-Arbeit)
  3. Ablaufsprozesse und Services optimieren, neue Möglichkeiten & Varianten schaffen
  4. die Kreativität sowie logisches Denken fördern, das u.a. durch Methodenvielfalt
  5. die Kommunikation verbessern, Menschen & Institutionen über (Haus-/Orts-/Landes-) Grenzen hinaus vernetzen
  6. Informationen & digitale Daten nutzen, z.B. zur Verbesserung der Gesundheit, der Preisoptimierung, uvm.
  7. Arbeit von fehlenden Fachkräften und/oder einfache, Wiederholungsaufgaben übernehmen (#KI)

Oberstes Ziel des Bildungssystems ist grundlegend: Schüler (m/w/d) auf die digitale Lebens- und Arbeitswelt von heute (nicht mehr “morgen”) bestmöglich vorzubereiten.

Beispiel Bewerbungsphase: Wichtig für Schüler (m/w/d) ohne Einkommen ist, bei Bewerbungen für Praktika, Ausbildung oder Studium möglichst wenig Geld für Porto- und Materialkosten auszugeben. Außerdem sollen sie gut vorgebildet wirken und “professionelle” Bewerbungen einreichen. Parallel dazu interessiert es Arbeitgeber, ihre firmeninternen Bewerbungsprozesse möglichst effizient zu gestalten. Beiden nutzt die Digitalisierung! Bewerbungen per E-Mail oder über Online-Systeme machen Bewerbungen einfacher, schneller und günstiger. Aufgabe des Bildungssystem ist also, den Schülern zu zeigen, wie das geht.

Doch: Viele, viele Schüler wissen nicht, wie ansprechende Bewerbungsunterlagen am PC erstellt und wie E-Mails versendet werden, und z.B., warum eine PDF statt Textdatei beigefügt wird. Smartphone-Kenntnisse helfen da nicht; Eltern aus dem Industriezeitalter auch nicht. Informatik-Unterricht bekommen nur ganz wenige Schüler und 1 oder 2 Tablett-Klassen pro Schule helfen den vielen anderen Schülern auch nicht.

An diesem kleinen Beispiel sehen wir: Digitalisierung nutzt Vielen, aber vorbereitet wird darauf schlecht.

Grundsätzlich soll die digitale Transformation konsequent an den Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe, also den jeweiligen Nutzern (m/w/d) ausgerichtet sein und diese bestmöglich unterstützen. Um die, mit der Digitalisierung, verbundenen Potenziale schnell umsetzen zu können, gilt es, Fähigkeiten neu zu entwickeln, organisatorische und technologische Voraussetzungen zu schaffen und einen Wertewandel anzustoßen.

Jetzt mal ehrlich: Wie sieht es mit der digitalen Bildung aktuell wirklich aus?

Politik und Bildungsministerien glauben, der Digitalpakt wird es schon richten und für eben genannte Entwicklung von Fähigkeiten, Organisation und Technologien sorgen. Aber weit gefehlt! Geld hilft, ist aber nicht die alleinige Lösung …

  • Selbst wenn jeweils die technische Ausstattung gewählt und beschafft wurde (mit oder ohne Mitteln des Digitalpaktes), (W)LAN funktioniert
  • und die Eltern flächendeckend (für jeden Schüler) die Kohle für Schüler-Endgeräte gesponsert haben sollten (es gibt vom Digitalpakt pro Schule nur 25-tsd € für Schüler-Endgeräte, bei beispielsweise 800 SuS also 31,25 € je Schüler).
  • und Lehrkräfte vereinzelt auf Weiterbildungen gehen
  • dann fehlt immer noch das flächendeckende Knowhow der Beteiligten
  • und vor allem: die jeweils passende Organisationsstruktur inkl. Prozessen an Schulen.
  • Abwehrhaltungen der beteiligten Personen machen die Situation auch nicht besser.
  • Das Erlernen von APPs übrigens auch nicht.

Entsprechend können o.g. Ziele nicht erreicht werden!

Schon beim 1. oben genannten Ziel “Digitalisierung soll die Arbeit besser, einfacher und effizienter machen” bekommen viele Lehrkräfte eine Krise, denn: aktuell macht die Digitalisierung ihnen das Leben nicht leichter, sondern stellt sie vor haushohe Herausforderungen!

Digitalisierung bedeutet zunächst: viel mehr Arbeit und hohe Anstrengung – wenigstens in naher Zukunft.

In den nächsten Beiträgen wird auf oben genannte Ziele, deren Istzustand und  Umsetzungs-Möglichkeiten eingegangen.

Themen / Hashtags werden u.a. sein: #APP-Spielkram #Tabletklassen-Alternativen #Nicht konsumieren, sondern #produzieren

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